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    SAP-Spezialisten für sich gewinnen

    Fünf Tipps für effizientes Recruiting

     

    82.000 offene Stellen für IT-Spezialisten allein in Deutschland vermeldet der Digitalverband Bitkom. Acht von zehn der befragten Unternehmen (82 Prozent) beklagen einen Mangel an IT-Spezialisten, und Besserung scheint nicht in Sicht: Weit mehr als die Hälfte der ITK-Unternehmen (59 Prozent) geht davon aus, dass sich die Lage in Zukunft verschärfen wird.

    Besonders bei offenen Stellen im SAP-Umfeld sitzt Unternehmen häufig die Zeit im Nacken, da diese Vakanzen in der Regel unternehmenskritisch sind und möglichst schnell besetzt werden müssen. Doch IT-Experten in gut bezahlten Positionen mit entsprechender Verantwortung erhalten überdurchschnittlich viele Angebote. Ein Wechsel muss sich für diese begehrte Klientel in mehrerlei Hinsicht lohnen, denn Gehalt ist nicht alles. Ebenso sind neue Herausforderungen im fachlichen Bereich, bessere Entwicklungs- oder Weiterbildungsmöglichkeiten, ein gutes Arbeitsklima und eine innovative Unternehmenskultur entscheidende Faktoren.

    Unternehmen, die hochqualifizierte Fachkräfte für sich gewinnen möchten, müssen deshalb ihre Vorzüge intern im Vorfeld herausarbeiten und im Recruitingprozess richtig zur Geltung bringen. Auch eine klare und verbindliche Kommunikation ist das A und O. Im Folgenden fünf Tipps für eine effiziente Mitarbeitergewinnung.

    Fünf Tipps zur erfolgreichen Rekrutierung von IT-Spitzenkräften

    1. Stellenausschreibung: Nicht allein Aufgabe der HR-Abteilung

    Da die HR-Abteilung in der Regel nicht über tiefes technisches Wissen verfügt, ist es enorm wichtig und im Interesse beider Abteilungen, dass die Fachabteilung eng bei der Formulierung der Stellenausschreibung mit den HR-Verantwortlichen zusammenarbeitet. Es sollte klar abgesteckt werden, welche Kenntnisse des Kandidaten ein absolutes Muss und welche Fähigkeiten eher optional sind. Ebenso sollten die Vorzüge der ausgeschriebenen Stelle optimal hervorgehoben werden, wie beispielsweise das Arbeiten mit neuen Technologien.

    1. Wissensdurst stillen: Neue Technologien und Projekte in den Fokus rücken

    Für IT-Profis ist die eigene Weiterbildung Teil ihres beruflichen Erfolgs. Nur, wer technisch auf dem Laufenden bleibt, erhält und steigert seinen Marktwert. Gleiches gilt auch für Unternehmen, um die besten Mitarbeiter für sich zu gewinnen. Zu den neuesten Technologien im SAP-Bereich gehören aktuell die S4HANA Plattform sowie SAP BW on HANA. Ebenfalls interessant sind SAP-Cloud-Lösungen, die neuen Frontendwerkzeuge Fiori oder UI5, die CRM-Lösung SAP Cloud for Customer (C4C) und neue Human Capital Management-Lösungen wie das cloudbasierte SAP SuccessFactors. Auch Themen wie Big Data mit HANA, SAP HCM Payroll, SAP PP-PI (Produktionsplanung Prozessindustrie) und SAP Retail sind Zugpferde. Im Recruitingprozess sollten zudem auch zukünftig angedachte fachliche Themen und Projekte herausgestellt werden.

    1. Weiche Faktoren: Das Zünglein an der Waage

    Weiche Faktoren können im Kampf um IT-Talente das Zünglein an der Waage sein, gerade, wenn sich ein Kandidat zwischen mehreren Stellen entscheiden kann. Interessante Punkte sind beispielsweise:

    • Eine gute Work-Life-Balance
    • Die Anzahl der Wochenstunden
    • Überstundenausgleich
    • Urlaubstage
    • Homeoffice
    • Flexible Arbeitszeiten
    • Flache Hierarchien
    • Wellness- und Sportprogramme
    • Möglichkeit eines Sabbaticals
    • Lage des Unternehmens: Städtischer Ballungsraum mit kurzen Wegen und großem kulturellen Angebot versus ländliche Region mit hohem Freizeitwert und hoher Lebensqualität

    Unternehmen sollten im Vorfeld genau überlegen, welches Gesamtpaket sie schnüren möchten. Weiche Faktoren sind neben den „Hard Facts“ wie Gehalt und Technologien die Unterscheidungskriterien zu anderen Unternehmen. Für kleinere Unternehmen und Mittelständler kann es sinnvoll sein, konkrete Vorteile gegenüber Konzernen wie ein familiäres Umfeld, flache Hierarchien und gute Aufstiegschancen zu betonen.

    Nicht für jeden Bewerber sind alle Faktoren gleich wichtig. In einer offenen Gesprächskultur können Unternehmen ihr Angebot auf den Bewerber abstimmen und ihn mit langfristigen Perspektiven für sich gewinnen.

    1. Das Vorstellungsgespräch: Klare Kommunikation, Verbindlichkeit und Wertschätzung

    Wie überall in der Geschäftswelt sind Klarheit, Verbindlichkeit und Fairness in der Kommunikation auch bei der Rekrutierung von Fachkräften erfolgsentscheidend. Unternehmen sollten Vorstellungsgespräche gut vorbereiten und Punkte wie zum Beispiel Reisekostenrichtlinien vorher genau abstecken, um keine Aussagen zu treffen, die sie im Nachhinein aufgrund mangelnder interner Abstimmung widerrufen müssen.

    Zudem sollten Unternehmen im Recruitingprozess auch selbstkritisch sein: Wenn es bei mehreren geeigneten Bewerbern nicht gelingt, auch nur einen Kandidaten für das Unternehmen zu begeistern, sollten sie ihr Vorgehen bei der Mitarbeitergewinnung genau unter die Lupe nehmen.

    1. Festanstellung versus Freelancer

    Nicht immer ist es wirtschaftlicher, eine SAP-Stelle in Festanstellung zu besetzen. Gerade in unternehmenskritischen Bereichen wie der Finanzbuchhaltung oder der Kundenverwaltung entstehen durch zu lange Recruitingprozesse Produktivitätseinbußen. Wenn eine Position besonders zeitnah besetzt werden muss oder branchenspezifisches Spezialwissen erforderlich ist, kommt auch die Anstellung eines Freelancers infrage. In diesen Fällen bieten qualifizierte Freiberufler durch ihre Flexibilität einen deutlichen Zeit- und damit Kostenvorteil.

    Nachhaltig agieren: Nach der Bewerbung ist vor der Bewerbung

    Die nachhaltigste Methode, um langfristig Recruitingkosten zu senken, ist es, in die Mitarbeiterbindung zu investieren, beispielsweise durch vorausschauende, attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten. Auch der internen Wissensweitergabe – Mitarbeiter lernen von Mitarbeitern – kommt eine große Bedeutung zu und bietet gleichzeitig eine Plattform für internes Socializing. Durch Engagement an Universitäten und Teilnahme von Mitarbeitern an Messen und Schulungen können zudem Jungtalente als potenzielle zukünftige Mitarbeiter gewonnen werden.